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An alle aus der Kunst! Aktion jetzt!
vor der Kulturbehörde | Hohe Bleichen 22
Hamburgs aktueller Bürgermeister Ahlhaus und sein Kultursenator Stuth machen sich bereit Hamburg endgültig ins kulturelle Nirvana zu schicken. Nachdem es bereits in den letzten Jahren aufgrund der Kulturpolitik in Hamburg zu einer massiven Abwanderung junger Künstler und Künstlerinnen nach Berlin kam macht sich der neue Senat nun daran, die traditionellen Kulturinstanzen zu unterhöhlen und die Grünen verpassen ihre letzte Chance ihre Glaubwürdigkeit zurück zu gewinnen. Der künstlerische Etat des Schauspielhauses soll um über 50 % gekürzt werden, dadurch wird es zu Kündigungen kommen, kleinere Spielstätten wie das junge Schauspielhaus werden aufgelöst und jede Form von Experiment von vornherein unmöglich gemacht! Nicht nur um des Schauspielhauses willen, sondern um den umfassenden Unmut über unsere Situation zu verdeutlichen, treffen wir uns zu einem lautstarken und ausgedehnten Flashmob - bestenfalls in Uniform, bereit für die feindliche Übernahme - sie sollen unsere Gegenwart spüren - solange wir noch da sind! Kommt alle!
Gezeichnet: Das Militärorchester Studio Braun (Rocko Schamoni, Heinz Strunk und Jacques Palminger) und diverse Mitkämpfer aus den Niederungen der Hamburger Kunst.
P.S. Slogans erwünscht...
"Das Schauspielhaus. Die Kampfansage."
Stellungnahme des Schauspiehaus zu beabsichtigten Kürzungen
Hamburg, 22. September 2010. Das Deutsche Schauspielhaus Hamburg hat am Abend eine Stellungnahme zu aktuellen Kürzungen des Senats veröffentlicht:
"Die Kulturbehörde macht es sich sehr einfach, indem sie genau das Haus, das im Moment nach außen hin als geschwächt erscheint, finanziell aussaugt. Dies ist ein plumper Versuch, die Staatstheater untereinander zu entsolidarisieren. Das ist beispiellos und leider sehr traurig.
Mit der Kürzung von 1,2 Millionen Euro für das ohnehin schon unterfinanzierte Haus verhindert die Kulturbehörde den Erfolg bei der Suche nach einem ernst zu nehmenden Intendanten. Die Zukunft des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg ist gefährdet: Das ist der Anfang vom Ende.
Das ist der Todesstoß
1,2 Millionen sind mehr als 50% des künstlerischen Etats. 'Damit sind wir wieder einen Schritt näher an der finsteren Vision von Jürgen Flimm, dass der Vorhang des Hauseshochgeht, die Maschinerie sich bewegt - sollte sie überhaupt noch funktionieren - aber keinSchauspieler mehr auf der Bühne steht', so der Geschäftsführer des Schauspielhauses Jack Kurfess zum Beschluss des Senats.
Der Umfang der Kürzung ist so hoch, dass sie sich nur durch strukturelle Maßnahmen
ausgleichen lässt. Das bedeutet in der Konsequenz Spartenschließung. Das heißt für das
Schauspielhaus das Ende aller kleineren Spielstätten und damit auch das Ende der Sparte
Junges Schauspielhaus."
In einem Gespräch am Abend erklärte Florian Vogel, Mitglied der interimistischen Leitung des Hauses, gegenüber nachtkritik.de: "Die Kürzung des Zuschusses um 1,2 Millionen Euro ab kommender Spielzeit ist eine grobe Fahrlässigkeit. Damit ist eine Hemmschwelle überschritten, wonach der künstlerische Betrieb nicht mehr aufrechtzuerhalten ist. Jetzt geht es um den schieren Fortbestand des Hauses. Es sieht danach aus, dass der Senat das Haus austrocknen will."
Noch kürzer und noch bitterer kommentierte Ensemblesprecher Marco Albrecht die neueste Entwicklung: "Das ist der Todesstoß für das deutsche Schauspielhaus!"
Treffen Ende dieser Woche
Am 14. September hatte Friedrich Schirmer bekannt gegeben, dass er zum Ende des Monats als Intendant zurücktritt; er nannte als Grund eine angekündigte Kürzung von 330 000 Euro. Jetzt hat der Senat eine Kürzung von 1,2 Millionen Euro ab nächster Spielzeit beschlossen.
Hamburgs Bürgermeister Christoph Ahlhaus (CDU) hat daraufhin öffentlich über einen Intendanten für mehrere Hamburger Häuser nachgedacht.
Die Mitarbeiter des Schauspielhauses haben Reinhard Stuth (CDU) in einem offenen Brief zur Diskussion aufgefordert; Ende dieser Woche soll jetzt ein Treffen stattfinden.
(dip/ jnm)
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